Verhaftungen im LL-Geldwäsche-Skandal

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13. Mai 2008

Bei den Ermittlungen um die Erpressung der Liechtensteiner Landesbank (LL) hat die Rostocker Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen einen Rechtsanwalt wegen Verdachts der Geldwäsche erwirkt. Ihm wird vorgeworfen, die Herkunft der Millionenbeträge verschleiert zu haben, die durch Erpressung der LL erbeutet wurden.

Rostock (ddp), 13.5.2008. Bei den Ermittlungen um die Erpressung der Liechtensteiner Landesbank (LL) hat die Rostocker Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen einen Rechtsanwalt wegen Verdachts der Geldwäsche erwirkt. Gegen den 45-jährigen Rostocker wurde inzwischen Haftbefehl erlassen. Ihm wird vorgeworfen, die Herkunft der Millionenbeträge verschleiert zu haben, die durch Erpressung der LL erbeutet wurden. Der Anwalt soll einem Mann, der in dem Fall seit Anfang April vor dem Rostocker Landgericht steht, unter anderem einen ungesicherten Darlehensvertrag über 2,5 Millionen Euro und eine gefälschte Quittung über 450.000 Euro ausgestellt haben. Außerdem soll der Jurist versucht haben, in einer Rostocker Bank 1,3 Millionen Euro auf ein von der Mutter des Angeklagten eingerichtetes Konto einzuzahlen. Dies hatte die Bank jedoch abgelehnt. Der Angeklagte hatte in dem Prozess über gewerbs- und bandenmäßige Erpressung ausgesagt, dass der Anwalt von Beginn an Kenntnis von seinem "Geschäft" mit der LL gehabt habe. Angeklagt sind insgesamt vier Männer aus Rostock, Lübeck und Mielkendorf bei Kiel. Sie sollen sich vor drei Jahren mehr als 2.300 gestohlene Kontenbelege von einem damaligen LL-Mitarbeiter verschafft haben, um damit Kunden sowie die Bank zu erpressen. Umgerechnet rund neun Millionen Euro Schweigegeld wurden vom Geldinstitut bezahlt.