Risikomanagement-IT bislang vernachlässigt

ERM
-
14. Mai 2008

Hi, KÖLN, 14.5.2008. Die Betrugs- und Krisenfälle der vergangenen Monate sowie zunehmende Forderungen nach verbessertem Risikomanagement haben viele Banken und Versicherungen offenbar wachgerüttelt: IT-Hersteller in Deutschland konstatieren inzwischen eine erhöhte Nachfrage nach Risikomanagement-Lösungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der European Banking and Insurance Fair (E.B.I.F.) unter 194 IT-Herstellern. Mehr als 90 % der Teilnehmer sind allerdings auch der Ansicht, dass Banken die Gefahren eines mangelnden Risikomanagements im Allgemeinen unterschätzen. Welche Möglichkeiten es für Banken und Versicherungen gibt, mithilfe von IT Risiken zu minimieren oder gar ganz auszuschalten, zeigen internationale Aussteller auf der E.B.I.F., die vom 18. bis 20. November 2008 in Frankfurt stattfindet. Für den langjährigen E.B.I.F.-Aussteller Thomas Wild, Vorstand der Cellent Finance Solutions AG, sind die Umfrageergebnisse eine gute Nachricht: ?Die europäische Finanzindustrie sieht sich einem unverändert regulatorischen Druck gegenüber - (jüngstes) Beispiel sind die sich abzeichnenden Maßnahmen aus Solvency II, die in enger Analogie zu Basel II stehen." Die Antworten der IT-Hersteller im Rahmen der E.B.I.F.-Umfrage zeigen, dass Investitionen in Risikomanagement-IT von den Finanzinstituten offenbar vor allem aus Kostengründen vernachlässigt werden: Die Kosten der Implementierung werden immerhin von rund der Hälfte der Teilnehmer als Grund dafür genannt, warum Banken sich bislang nicht besser schützen. Eine deutliche Mehrheit der Umfrageteilnehmer (82 %) erwartet künftig einen stärkeren Druck der Aufsichtsbehörden auf die Banken, ihr Risikomanagement zu verbessern: ?Risikomanagement wird eines der großen Finanzmarkt-Themen der diesjährigen E.B.I.F. sein, hier finden die Verantwortlichen von Banken und Versicherungen die entsprechenden ITLösungen, um in Zukunft den Sicherheits-Anforderungen gerecht zu werden?, sagt Thomas Schütz, Geschäftsführer der Messe Frankfurt Ausstellungen GmbH.