Fehlersuche beim Risikomanagement

ERM
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21. April 2008
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Dr. Stefan Hirschmann

Das Subprime-Debakel bei der schweizerischen Großbank UBS ist auf eine Reihe von Mängeln beim Risikomanagement und der Risikokontrolle, nicht aber auf eine grundsätzlich falsche Strategie zurückzuführen. Dies ist der Tenor eines Berichts, den die Zürcher Bank am Montag vorlegte und der die Hauptverantwortung der Investmentbank zuschiebt. Bei dem zwei Tage vor der Generalversammlung veröffentlichten Bericht handelt es sich um eine 50-seitige Zusammenfassung der Antworten, die die UBS der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) gegeben hat. Die Großbank hatte diesen Bericht vergangenen März der Anlagestiftung Ethos versprochen, die im Gegenzug darauf verzichtete, eine Sonderprüfung der UBS auf gerichtlichem Weg zu verlangen. Ethos wollte den Inhalt zunächst nicht kommentieren. Bei der EBK hieß es auf Anfrage, der vollständige Bericht von 400 Seiten werde zurzeit analysiert. Danach werde man über die weiteren Schritte und die allfällige Einleitung eines aufsichtsrechtlichen Verfahrens entscheiden.

 

Hi, KÖLN, 21.4.2008. Das Subprime-Debakel bei der schweizerischen Großbank UBS ist auf eine Reihe von Mängeln beim Risikomanagement und der Risikokontrolle, nicht aber auf eine grundsätzlich falsche Strategie zurückzuführen. Dies ist der Tenor eines Berichts, den die Zürcher Bank am Montag vorlegte und der die Hauptverantwortung der Investmentbank zuschiebt. Bei dem zwei Tage vor der Generalversammlung veröffentlichten Bericht handelt es sich um eine 50-seitige Zusammenfassung der Antworten, die die UBS der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) gegeben hat. Die Großbank hatte diesen Bericht vergangenen März der Anlagestiftung Ethos versprochen, die im Gegenzug darauf verzichtete, eine Sonderprüfung der UBS auf gerichtlichem Weg zu verlangen. Ethos wollte den Inhalt zunächst nicht kommentieren. Bei der EBK hieß es auf Anfrage, der vollständige Bericht von 400 Seiten werde zurzeit analysiert. Danach werde man über die weiteren Schritte und die allfällige Einleitung eines aufsichtsrechtlichen Verfahrens entscheiden.

Schwerpunkt der Versäumnisse im Investmentbank
Ziel der Bankenaufsicht ist es, die Ursachen und Verantwortlichkeiten für das beispiellose Debakel der UBS auf dem US-Immobilienmarkt zu klären, für das die Großbank bisher gut 40 Mrd. CHF abgeschrieben hat. Ein formelles Verfahren gegen die UBS hat die EBK bisher nicht eröffnet, wie EBK-Sprecher Tobias Lux sagte. Die Durchsicht der Zusammenfassung des Berichts an die EBK fördert auf den ersten Blick keine wesentlichen Neuigkeiten zu Tage. Die UBS betont mehrmals, dass es sich um Hinweise auf Mängel und Nachlässigkeiten im Nachhinein handle. Der Bericht legt den Schwerpunkt der Versäumnisse zudem auf die Investmentbank. Breiten Raum nehmen die Probleme beim hauseigenen Hedgefonds Dillon Read Capital Management (DRCM) ein, der im vergangenen Mai nach Verlusten geschlossen und in die Investmentbank integriert wurde. Die Schließung dieses Vehikels für alternative Anlagen hätte Anlass für eine umfassendere Überprüfung und Bewertung aller UBS-Positionen im Markt für Subprime-Hypotheken sein können, räumt der Bericht ein.

Fehlende Gesamtlimite für die Übernahme von CDOs
Bis zum dritten Quartal 2007 wurden die Positionen aber noch ausgebaut. Erst Ende Juli habe das Management der Investmentbank den Ernst der Probleme erfasst. Dem Präsidialausschuss des Verwaltungsrats unter dem Vorsitz von Marcel Ospel sei erst am 6. August ein umfassendes Bild des Engagements der UBS in den kritischen CDO-Papieren präsentiert worden. Die Konzernleitung hatte laut dem Bericht bereits im September 2006 ihrer Sorge über die Entwicklung des US-Immobilienmarkts Ausdruck gegeben. Dass die Antworten lange Zeit beruhigend ausfielen, hat offenbar auch damit zu tun, dass die Verantwortlichen überzeugt waren, die Subprime-Papiere mit 'AAA'-Rating würden von der Verschlechterung des Markts nicht erfasst. Die UBS räumt weiter ein, dass die Marktrisikomodelle verbunden mit den Stresstests ungenügend waren und dass es an Gesamtlimiten für die Übernahme von CDO-Papieren ins eigene Lagerhaus fehlte. Einen grundsätzlichen Mangel bezüglich der Ziele der Bank, die vor allem auch auf Wachstum im Investmentbanking ausgerichtet waren, vermag die UBS hingegen nicht zu erkennen.