Erbebenrisiken auf den Kapitalmarkt transferiert

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16. Mai 2008

Die Münchener Rück hat für einen Kunden Erdbebenrisiken im Volumen von 300 Mio. USD am Kapitalmarkt platziert. Der Rückversicherer hat dazu auf den Cayman Islands eine Zweckgesellschaft gegründet, die die Risiken über eine dreijährige Anleihe an den Kapitalmarkt transferiert hat.

KÖLN, 16.5.2008. Die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG hat für einen Kunden Erdbebenrisiken im Volumen von 300 Mio. USD am Kapitalmarkt platziert. Der Rückversicherer teilte am Freitag mit, es sei dazu auf den Cayman Islands die Zweckgesellschaft Muteki Ltd gegründet worden, die die Risiken des größten japanischen Versicherers auf Gegenseitigkeit, Zenkyoren, übernommen und über eine dreijährige Anleihe an den Kapitalmarkt transferiert habe. Knapp 40 % des Anleihevolumens wurden über die Münchener-Rück-Tochter Munich Re Capital Markets bei Investoren in der Europäischen Union und der Schweiz platziert. "Die Emission belegt erneut, dass Investoren trotz der aktuellen Kreditmarktkrise sehr aufnahmebereit sind für verbriefte Versicherungsrisiken", erklärte   Vorstandsmitglied Thomas Blunck und kündigte weitere Transaktionen dieser Art an. Durch die Verbriefung erhält Zenkyoren Deckung für Schäden aus schweren Erdbeben in Japan. Die Münchener Rück agierte alleine als Strukturierer der Transaktion. Sie trägt den höheren Absicherungsbedürfnissen von Zenkyoren nach mittelschweren Erdbeben Rechnung. Im Gegenzug erhalten die Investoren einen höheren Zinsaufschlag ("step-up risk premium"), um "mark-to-market"-Verluste zu verhindern. Konkret werden die Notes mit einem Zinsaufschlag (Spread) von 4,40 Prozentpunkten über dem 3-Monats-Libor versehen. Der zusätzliche Zinsaufschlag ("step-up risk premium") beträgt 3,50 Prozentpunkte. Die Muteki-Programmstruktur erlaubt es Zenkyoren, über weitere Emissionen im Gesamtvolumen von bis zu 1 Mrd. USD zusätzliche Erdbebenrisiken oder Risiken aus anderen Naturgefahren auf den Kapitalmarkt zu transferieren, erklärte die Münchener Rück.