Bahn verstärkt Korruptionsbekämpfung

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26. Mai 2008
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Von Andreas Kißler

Die Deutsche Bahn AG räumt der Korruptionsbekämpfung vor dem Hintergrund einer starken Internationalisierung des Unternehmens künftig mehr Raum ein. Die Bahn stellt ihren Bereich "Compliance" neu auf und stattet ihn mit deutlich mehr Personal aus, kündigte das Unternehmen jetzt an.

KÖLN, 26.5.2008. Die Deutsche Bahn AG räumt der Korruptionsbekämpfung vor dem Hintergrund einer starken Internationalisierung des Unternehmens künftig mehr Raum ein. Die Bahn stelle ihren Bereich "Compliance" neu auf und statte ihn mit deutlich mehr Personal aus, kündigte das Unternehmen jetzt an. "Die Deutsche Bahn AG ist längst ein weltweites Unternehmen", betonte Vorstandsvorsitzender Hartmut Mehdorn bei einer Pressekonferenz des Unternehmens in Berlin. Deshalb werde jetzt eine Organisation geschaffen, die über Ländergrenzen hinweg arbeite. Der Chief Compliance Officer (CCO) der Bahn, Wolfgang Schaupensteiner, soll den Angaben zufolge künftig ein Team aus 28 anstatt bisher zehn Personen leiten, das sich nicht nur mit der Verfolgung von Korruptionshinweisen beschäftigt, sondern auch Schulungen anbietet. Zudem weitet die Bahn mit der Inbetriebnahme eines weltweiten elektronischen Hinweisgebersystems ihre Präventionsmaßnahmen aus. Dort können sich Mitarbeiter, Kunden und vor allem Geschäftspartner des Unternehmens übers Internet direkt an die Revisionsabteilung wenden, wenn sie Verdacht hegen oder Kenntnis von Korruption im Unternehmen haben. Um die Einhaltung von Gesetzen und internen Regeln konzernweit sicherzustellen, sollen alle Geschäftsfelder außerdem zusätzliche Compliance-Beauftragte bekommen. "Wir stehen für Null Toleranz bei der Korruption - völlig unabhängig von Funktion, Status oder Position des Betroffenen im Unternehmen", stellte Mehdorn klar. Allerdings solle "mit Augenmaß" vorgegangen werden. Eine wirtschaftliche Bilanz zu dem Themenkomplex "gibt es nicht", erklärte Mehdorn außerdem.